Der Große Preis von Deutschland zählt zu den stärksten Turnieren im weiblichen Ringkampf im Wettkampfkalender des Ringerweltverbandes UWW.

Mit 21 teilnehmenden Nationen, darunter u.a. Kanada, Russland oder Kasachstan, bietet der Wettkampf eine sehr gute Möglichkeit, einmal internationale Luft zu schnuppern und gegen viele der besten Ringerinnen anzutreten. Genau diese Erfahrung durften unsere drei saarländischen Teilnehmerinnen, Sophie Seimetz, Leah Bauer und Jessica Lindner am vergangenen Wochenende (2.-4. Juni) machen. Das vom AC Ückerath ausgerichtete Turnier zog in diesem Jahr 225 Athletinnen nach Dormagen (Nordrhein-Westfalen) und bot den Zuschauern viele hochspannende Kämpfe.
In der Altersklasse der Kadettinnen starteten für den SRV Sophie Seimetz (KSV Köllerbach) und Leah Bauer (AC Heusweiler). Beide starteten im Gegensatz zur Deutschen Meisterschaft eine Gewichtsklasse höher, um bereits die Wettkampfhärte in der Gewichtsklasse zu erfahren, in der sie auch im kommenden Jahr starten werden. Bis 46 Kilogramm zeigte Sophie einen Auftakt nach Maß, in dem sie Emilija Sudaryte aus Litauen in einem Kampf auf Augenhöhe mit 6:6 Punkten (aufgrund der letzten Wertung) besiegen konnte. Auch ihr zweites Duell konnte die Tochter des mitgereisten Trainers Markus Seimetz gewinnen. Gegen die deutsche Laura Cloditz ging sie mit 12:6 Punkten siegreich von der Matte. Der dritte Kampf Sophies sollte höchst umstritten sein. Im Duell gegen Maryia Shauchuk aus Weißrussland neutralisierten sich beide Sportlerinnen, der Kampfrichter entschied letztendlich die Begegnung mit einem 1:0 für die Dame aus Osteuropa. Da bei den Kadettinnen im Poolsystem gerungen wurde, durfte Sophie anschließend noch einmal antreten. Allerdings musste die Köllerbacherin in diesem Kampf die Stärke der Kasachin Zina Kistaubayeva anerkennen, nach einem 0:6-Punkterückstand fand sich Sophie auf den Schultern wieder. Damit war das Turnier nach zwei Siegen und zwei Niederlagen beendet. Ein siebter Platz ist dennoch eine zufriedenstellende Platzierung, mit etwas mehr Glück im dritten Kampf wäre ein Finalkampf am Sonntag möglich gewesen.
Leah startete in der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm und hatte es im ersten Kampf mit Sina Moosmann aus Südbaden zu tun. Gegen die nationale Konkurrentin ging Leah hochkonzentriert zu Werke und siegte letztendlich knapp mit 4:2 Punkten. Im Anschluss stand ihr mit Ellada Makhyaddinova (Kasachstan) und Angelika Zettervall (Schweden) zwei starke Ausländerinnen gegenüber. Auch in diesen Begegnungen gab Leah alles, trotzdem reichte es für keinen weiteren Sieg mehr (2:10 und 0:6). Dadurch schied auch Leah vorzeitig aus, dennoch erreichte sie mit Platz zehn wie Sophie eine Top 10-Platzierung.
Im Frauenbereich versuchte die dritte deutsche Meisterin Jessica Lindner ihr Glück bis 48 Kilogramm. Doch gleich im ersten Kampf stand ihr die bärenstarke Kanadierin Jade Parson gegenüber, gegen die sie keine Chance hatte und mit 0:10 Punkten vorzeitig verlor. Dennoch durfte auch Jessica ein zweites Mal kämpfen, da Parson das Finale erreichte und so die Saarländerin in die Hoffnungsrunde brachte. Hier stand der Riegelsbergerin mit Laura Schmitt aus Nordbaden eine alte Bekannte gegenüber. Musste Jessica bei den Deutschen Meisterschaften noch eine hohe Punktniederlage einstecken, gestaltete sie dieses Mal den Kampf deutlich offener. Beim 0:2 gelang ihr zwar noch nicht der Sieg, allerdings bewies sie damit, dass mit ihr auch in Zukunft zu rechnen ist. Durch die Niederlage schied Jessica jedoch ebenfalls aus, sie wurde im Endklassement auf Rang 16 eingestuft.

Auch wenn es für die drei Saarländerinnen für keine Top 6-Platzierung gereicht hat, konnten die beiden Trainer Markus Seimetz und Thomas Bauer mit den Leistungen ihrer Schützlinge zufrieden sein. Die Erfahrungen, die in den Kämpfen mit international gestandenen Damen gesammelt werden konnte, sind wichtig für die weitere Leistungsentwicklung – im nächsten Jahr wird erneut angegriffen.