Vier Teilnehmer, drei Silbermedaillen. Das ist die beachtliche Bilanz der saarländischen Ringer beim internationalen Thor Masters – Turnier 2018.

Die Greco-Nationalmannschaft von Bundestrainer Michael Carl besucht seit Jahren das international stark besetzte Turnier im dänischen Nykøbing, welches in diesen Jahr auch als Nominierungskriterium für die im Mai anstehenden Europameisterschaften ausgegeben wurde.
Mit den beiden Köllerbachern Etienne Kinsinger (60 kg) und Timo Badusch (74 kg), sowie den beiden Riegelsbergern Marius Braun (82 kg) und Serhat Deveci (97 kg) nahmen in diesem Jahr auch vier Saarländer am 23./24. Februar in Dänemark teil, welches den Sportlern körperlich alles abverlangte.
Zum ersten Mal mussten die Sportler das neue, ab diesem Jahr geltende Wiegesystem anwenden, bei dem an zwei Tagen gerungen und gewogen wird. Besonders anstrengend gestaltete sich die Tatsache, dass bereits am Anreisetag die Athleten quasi vom Flieger auf die Waage mussten, um anschließend einen bzw. zwei Kämpfe zu bestreiten. Am darauffolgenden Morgen wurde um 8 Uhr erneut gewogen, ehe das Turnier ab halb 11 fortgesetzt und am Abend mit den Finals beendet wurde. „ Das war schon eine Herausforderung, aber das galt ja für alle“, gibt Etienne Kinsinger zu“. „Niemand wusste so genau, wie viel man genau essen und trinken kann nach dem ersten Wiegen, wie fit man in die Kämpfe geht und ob man abends nochmal abnehmen muss. Aber dafür sind solche Turniere ja auch da, jetzt hat man für die Zukunft schon ein paar Erfahrungen gesammelt“, so der Köllerbacher weiter.
Ein großes Problem scheint das Programm für die Saarländer nicht gewesen zu sein, denn alle Sportler gewannen am Freitagabend ihre Duelle.
Dies gilt leider nicht für Serhat Deveci, der im ersten Duell schwer verletzt aufgeben und sogar frühzeitig die Heimreise antreten musste. Er wurde bereits von unserem Arzt Klaus Johann erfolgreich operiert. Auf diesem Wege wünscht der gesamte SRV gute und schnelle Besserung Serhat!
Am Samstag gingen demnach noch drei Sportler des SRV auf die dänischen Matten. Etienne Kinsinger hatte freitags den starken Ungarn Erik Torba in einem ganz engen Duell mit 5:2 niederringen können, am Samstagmorgen wartete mit Ardit Fazljija aus Schweden erneut ein hartnäckiger Konkurrent. Der 21-Jährige konnte aber auch in diesem Kampf mit 3:1 die Oberhand behalten. Im dritten Kampf stand ihm mit dem Dänen Mikkel Lassen der Lokalmatador gegenüber. Davon wenig beeindruckt zeigte Etienne eine überraschende und spektakuläre Aktion gleich zu Beginn des Kampfes, wodurch er schnell einen technisch überlegenen 8:0-Sieg einfuhr. Im Finale traf der Saarländer auf einen alten Bekannten. Der Rumäne Virgil Munteanu stand vor einigen Jahren in der Bundesliga für den KSV Köllerbach auf der Matte, sodass beide bereits einige Male miteinander trainiert hatten. Der Rumäne zeigte eine abgezockte Leistung, konnte früh durch einen Armzug mit 4:0 in Führung gehen und rettete diese beim 4:3 über die Zeit – damit Silber für Etienne. „Die Niederlage ärgert mich sehr. Ich habe einen großen Fehler gemacht, das darf auf dem Niveau natürlich nicht passieren. Aber so ist der Sport, es geht weiter“, resümierte der Saarländer seinen Finalkampf.
Ebenfalls im Finale stand Etienne´s Teamkollege Timo Badusch, der mit sieben Kämpfen ein wahres Mammutturnier vor der Brust hatte. Er musste im Gegensatz zu den anderen Saarländern bereits zwei Mal am Freitag auf die Matte (jeweils 8:0 technisch überlegen), am Samstag sollten dann noch fünf weitere Kämpfe auf ihn warten. Auch Lukas Ahlgren (Schweden) Vegard Jørgensen (Norwegen) und Kristupas Sleiva (Litauen) mussten vorzeitig die Matte als Verlierer verlassen, wobei Timo vor allem im Boden keinem seiner Gegner eine Chance ließ. Einer nach dem anderen musste einen wunderschönen Ausheber hinnehmen. Im Poolfinale wartete dann mit Revaughn Perkins aus den USA ein hochkarätiger Gegner, den Timo mit 6:2 in Schach halten konnte und somit ins Finale einzog. Dort stand ihm mit Maximilian Schwabe ein nationaler Konkurrent gegenüber. Dieser schaffte es zum Leidtragen des Saarländers, dass ausschließlich Timo in die Bodenlage musste, sodass der Sachse kurz vor Ende mit 2:1 führte. Nach einer Risikoaktion verlor Timo letztendlich das Duell mit 6:1, auch er musste sich also mit der Silbermedaille zufrieden geben. „Das war einer der härtetesten Wettkämpfe in meinem Leben. Es ist natürlich schade, dass ich ausgerechnet gegen meinen Landsmann verloren habe, aber gegen Ende haben mir auch etwas die Kräfte gefehlt“, erzählte Timo nach dem Turnier.
Eine überraschend gute Leistung zeigte auch Marius Braun vom KV Riegelsberg, der nach Siegen über Oskar Johansson (5:1) aus Schweden sowie Vili Ropponen (4:1) aus Finnland ebenfalls das Finalticket buchen konnte. Auch er bestritt hierbei ein Deutsch-Deutsches Duell, sein Gegner war Roland Schwarz, der in der kommenden Bundesliga-Saison in Adelhausen ringen wird. Schwarz zeigte eine überzeugende Turnierleistung, er konnte alle Gegner souverän besiegen und ließ auch Marius im Finale keine Chance. Der Riegelsberger musste beim 0:12 die Überlegenheit seines Kontrahenten anerkennen. „Ich bin mit meiner Leistung schon zufrieden. Ich konnte zwei gute internationale Sportler besiegen, was mir Selbstvertrauen gibt. Ich hätte natürlich auch sehr gerne das Finale gewonnen, aber gegen Roland´s Ausheber im Boden hatte ich keine Mittel gefunden“, meinte Marius im Nachhinein.
Auch Landestrainer Frank Hartmann, der als Co-Trainer neben Nationaltrainer Carl in Dänemark vor Ort war, lobte die Leistungen der Saarländer: „Es wäre schön gewesen, wenn wir zumindest einen Finalkampf gewonnen hätten, aber ich kann auch so mit den Leistungen leben“, so Hartmann.
Im Anschluss an das Turnier nahmen die Sportler noch an einem fünftägigen Trainingslager teil, wobei mit vielen internationalen Trainingspartnern trainiert werden konnte. Eine echt harte Woche also für die Saarländer, die allerdings mit vielen positiven Erkenntnissen und Eindrücken beendet wurde.